Luftrettung von der Sandbank

Auf gut Glück durchs Watt zu wandern und sich dort einen gemütlichen Platz auf einer Sandbank zu suchen, kann gefährlich werden. Das musste auch eine Familie feststellen, über die plötzlich der Offshore-Rettungshubschrauber von NHC Northern Helicopter aus St. Peter-Ording schwebte. Bis zu dem Zeitpunkt war ihnen nicht klar, in welcher Gefahr sie sich befanden.

Auf dem Rückweg von einem Einsatz auf der Insel Amrum bemerkte die Besatzung des Northern Rescue (NR01) eine Gruppe von Menschen an der Nordsee-Seite des Westerheversand: „Für uns war offensichtlich zu erkennen, dass die Flut ihnen schon den Rückweg zum Festland abgeschnitten hatte und sie sich nun auf einer Insel befanden“, berichtet der Pilot.

Die Besatzung besprach sich kurz, informierte die Seenotleitstelle in Bremen und überflog das Gebiet, um sich noch einmal zu vergewissern. Kein Zweifel: Für die Gruppe gab es keinen Rückweg zum Festland. Also winschte die Besatzung ihren Notfallsanitäter auf die Sandbank, um die Eingeschlossenen über ihre Situation aufzuklären. Der Familie mit zwei jüngeren Kindern war gerade aufgefallen, dass sie vom Wasser eingeschlossen war. „Diesen Eindruck konnte ich nur bestätigen, Hilfe hatten sie noch nicht gerufen,“ so der Notfallsanitäter.

Nach Rücksprache mit der Seenotleitung in Bremen landete der Offshore-Rettungshubschrauber in sicherem Abstand neben der verdutzten Familie. Eine Alternative gab es nicht. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) war gerade in einem anderen Einsatz und die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hätte mit ihren Rettungskreuzern nicht an die Familie herankommen können. Der Plan war nun, die Familie mit einem Flug zum Festland überzusetzen. Bei laufenden Triebwerken wurden unter anderem die Notfallrucksäcke ausgeladen. Notärztin und Notfallsanitäter blieben auf der Sandbank zurück. Ohne Gepäck und der Medical-Crew hatte der Rettungshubschrauber genug Kapazität, die fünf Personen aufzunehmen und zur nächst möglichen Landefläche auf dem Festland zu bringen. Im Anschluss sammelte der Offshore-Rettungshubschrauber die medizinische Crew samt Gepäck auf der Sandbank wieder ein und flog zurück zur Station nach St. Peter-Ording.

Fazit der Crew: „Glück gehabt!“